Im Archiv -- keine Kellerware
Lebensfrage?
Unsere Kleine hat schon ihre raffinierte Taktik drauf. Wenn sie was will, dann bittet und bettelt sie, bis . . . Sicher haben alle Kinder das drauf. Ich als Erwachsene würde da eher frustriert ablassen. Wenn die Gegenüber nicht will, wird es seine Gründe haben. Ich will sie weder belästigen noch ihr weiter auf den Keks gehen.
Und dennoch bohrt es öfter in mir.
Bin ich da verletzt?
Ist es Rücksichtnahme?
Oder was?
.
Wenn wir jemanden um etwas bitten, kann die andere Person schon mal Nein sagen. Dafür hat sie Gründe und wir respektieren sie.
Aber vorher: Wie oft wir ein Nein erwarten, liegt allein bei uns. Gut es kommt ja auf die Dicke der Bitte an und eben die andere Person – und natürlich auch auf uns, unsere Erfahrungen. Da scheinen Kinder eher unbeschwert.
Aber Studien haben gezeigt, dass Menschen viel häufiger Ja sagen, als wir erwarten. Also bleibt es bei uns?
Doch das Tollste kommt noch: Wenn jemand den ersten Gefallen ablehnt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er den zweiten Gefallen trotzdem erfüllt.
Warum unterschätzen wird die Hilfsbereitschaft anderer?
Das gäbe zu denken.
Man kann schon mal mutiger fragen – und wird viel häufiger ein Ja bekommen.
Und lebenspraktisch, wenn ich mir das mal erlaube:
> Sie können viel öfter um Hilfe bitten, ohne „lästig“ zu sein.
> Sie müssen sich nicht entschuldigen, bevor Sie fragen.
> Zeigen Sie ruhig auch etwas Schwäche.
Wer nicht fragt, verliert.
Wer fragt, profitiert.