Drei der Woche



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Lebensfrage?

Unsere Kleine ist richtig raffgierig. Sie nimmt mit Freuden alles an, was sie kriegt. Aber anderen einfach so etwas geben?
Ich muss das offen sagen, denn ich weiß nicht so recht damit umzugehen. Bittet man sie um Hilfe, hilft sie. Aber aus eigenen Stücken?
Sowas seh ich auch bei anderen. Neulich hat der kleine Leo im Sandkasten gespielt. Daneben sie mit einem Turm aus Förmchen. Als sie aufsteht, stolpert sie und alle ihre Förmchen fallen zu Boden. Sie schaut zu Leo rüber, Leo sieht die Förmchen – und dreht sich einfach weg.
Als ginge ihn das alles nichts an.
Keine Hilfe, kein Mitgefühl.

Ich frage mich, was muss ich in der Erziehung tun, damit unsere Kleine mehr mitmenschliches Verhalten lernt?



Erst einmal prosoziales Verhalten – also freiwillig etwa tun, das anderen zugutekommt – ist nicht angeboren und vor allem es kommt nicht einfach so und bei kleinen Kindern nicht so früh. Insofern müssen Sie sich erst mal nicht sorgen. Aber wirklich in der Erziehung wirken. Vielleicht mit kleinen Hinweisen oder eben als Vorbild. Denn es spielt eine große Rolle für menschliche Kooperation, für das Gemeinschaftsleben und moralische Werte.
Insgesamt ist es so basal, dass sogar – sorry – manche Affenarten es lernen.
Wissenschaftlich wurde es bei Schimpansen und weniger bei Kapuzineraffen nachgewiesen.
Schimpansen zeigten leicht prosoziale Reaktionen, wenn sie ihrem Gegenüber nahe waren.
Wenn sie dann selbst öfter zu Empfängern wurden, verhielten sie sich deutlich prosozialer. Nachdem sie selbst Hilfsbereitschaft erfahren hatten, zeigten sie mehr Hilfsbereitschaft gegenüber einem anderen Partner.
Sie gaben die Hilfsbereitschaft weiter. Es ging also nicht um das Belohnen eines bestimmten Individuums, sondern um das Reagieren auf ein soziales Umfeld.
Prosozialität ist also wahrscheinlich kein rein menschliches Phänomen, sondern hat tiefere evolutionäre Wurzeln.
Sie ist die Basis menschlichen Zusammenlebens.
Ich habe etwas weiter ausholen und zurückgehen müssen und hoffe, damit Sie in Ihren Bemühungen zu stärken.